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Kultursaat - Newsletter September 2025

Liebe Leserinnen und Leser,

der September lässt uns aus dem Vollen schöpfen und füllt die Erntekörbe mit einer bunten Gemüse- und Obstvielfalt. In den Zuchtgärten reifen die Pflanzensamen und damit die Grundlage für die Aussaat der nächsten Generation, die hoffentlich den Züchtungsfortschritt enthält. Noch können wir gewiss sein, dass Früchte wie Saatgut gentechnikfrei sind, doch das könnte sich nach dem Willen der EU-Kommission bald ändern. Vor diesem unsicheren politischen Hintergrund starten am 15. September zum zweiten Mal die Aktionswochen für gentechnikfreies Essen. Lesen Sie mehr zur Aktion und den Mitmach-Möglichkeiten in den untenstehenden Meldungen.

Wir wollen auch in Zukunft gentechnikfrei arbeiten und mit Sorten aus biodynamischer Züchtung konsequente Alternativen anbieten! Erfreulich stimmen in diesem Zusammenhang Resultate im Verbundprojekt EATMORE: Für den Erwerbsanbau von Möhren stehen bereits mehrere vielversprechende biodynamische Neuzüchtungen zur Verfügung (vgl. Lebendige Erde (5/2025)). In einer früheren Ausgabe derselben Zeitschrift (3/2025) hat ein Autorenteam die Motive und Ansätze der biodynamischen Pflanzenzüchtung herausgearbeitet und macht klar, warum der Einsatz gentechnischer Verfahren ausgeschlossen ist. Auch ohne Gentechnik ist Innovation möglich: Kultursaat-Züchterinnen und -Züchter haben in einem Forschungsprojekt feinstoffliche Formen der Einflussnahme auf Saatgut untersucht. Mehr Infos zu den genannten Themen finden Sie in den Meldungen dieses Newsletters.

Veranstaltungshinweise sind wie gewohnt in der letzten Rubrik aufgeführt. Besonders ans Herz legen wir Ihnen das von Kultursaat-Züchterin Christhild Brauch angebotene Feldgespräch, in dem sie u.a. auf die Frage nach einem respektvollen, wesensgemäßen Umgang mit der Pflanze eingeht. Es ist der letzte von sieben Feldgesprächsterminen auf Kultursaat-Standorten in diesem Jahr.
 
Mit ermutigenden Herbstgrüßen

Ihr Kultursaat-Team

Aktionswochen gentechnikfreies Essen

Vom 15. bis 27. September 2025 finden die zweiten bundesweiten Aktionswochen für gentechnikfreies Essen statt. Hintergrund ist ein aktuell auf EU-Ebene diskutierter Gesetzesvorschlag, der das bisher geltende strenge Gentechnikrecht aufweichen soll. Standards wie Kennzeichnungs- und Nachweispflicht, Risikoprüfung, Koexistenz- und Haftungsregelungen sollen für Pflanzen aus neuer Gentechnik (NGT) abgeschafft werden.
Aktionswochen für gentechnikfreies Essen
           
Mit den Aktionswochen für gentechnikfreies Essen setzt sich ein Bündnis aus Verbänden der Land- und Lebensmittelwirtschaft sowie Umweltschutzorganisationen für eine gentechnikfreie Landwirtschaft und den Erhalt der Sortenvielfalt ein und fordert die Sicherung der gentechnikfreien Erzeugung - vom Saatgut bis zum Endprodukt. Die Aktionswochen leben von Veranstaltungen, auf denen sich möglichst viele Menschen über NGT und die Auswirkungen der Deregulierung dieser Verfahren für die Land- und Lebensmittelwirtschaft informieren können.

Machen Sie mit und zeigen Sie: Wir arbeiten und essen auch in Zukunft ohne Gentechnik!
Besuchen Sie eine der vielfältigen angebotenen Veranstaltungen, unterschreiben Sie die Bäuerinnen-Petition oder melden Sie eine eigene Aktionsidee an.

Biodynamische Sortenvielfalt bei Möhren

Möhre Kultursaat-Sorte Ronka
Möhre 'Ronka'
Mit Blick auf das von Kultursaat-Züchtern verfolgte Ziel, die Sortenvielfalt im Gemüsebereich mit anbauwürdigen, qualitativ hochwertigen biologisch-dynamischen Neuzüchtungen zu erhöhen, sind für die Kultur Möhre deutliche Entwicklungen geschehen. Von der zurückhaltend milden KS-MOG-DH-RxR (mittlerweile als Ronka zugelassen) und der seit Jahrzehnten mit komponentenreich-süßem Geschmack und hoher Qualität beständigen Rodelika, über ertragsstärkere Sorten wie die in der Qualität auf mittlerem bis hohem Niveau (noch) schwankende, zylindrische KS-MOG-SAT505, bis hin zur qualitativ reduzierten, jedoch mit herausragendem Ertragspotenzial trumpfenden Solvita sei eine breite Sortenwahl für den Ökolandbau verfügbar, so das Fazit der Forscher und beteiligten Praktiker im Verbundprojekt EATMORE. Dank einer Förderung über das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) konnte Kultursaat im Rahmen dieses Projektes zusammen mit den Universitäten Hohenheim und Kassel sowie dem Forschungsring, unterstützt durch Praxisbetriebe und einer Naturkostsafterei von 2020 bis ‘24 der Frage der Qualität von Bio-Möhren vertiefend nachgehen. Eine ausführliche Darstellung der Ergebnisse von zweijährigen Untersuchungen an Frischmöhren, u.a. mit der Bildschaffenden Methode Kupferchlorid-Kristallisation, ist in Heft 5/2025 der Zeitschrift Lebendige Erde nachzulesen.

Ansätze in der biologisch-dynamischen Pflanzenzüchtung

Michael Fleck, Maike Bender und Dr. Carl Vollenweider skizzieren in einem Beitrag in der Zeitschrift Lebendige Erde (3/2025) verschiedene Motive und Ansätze der biologisch-dynamischen Pflanzenzüchtung, wie sie im deutschsprachigen Raum seit mehr als vier Jahrzehnten praktiziert wird. Dabei führen sie aus, dass basierend auf einer ganzheitlichen Grundhaltung die Beziehung zwischen Mensch und Pflanze sowie der weitere Umkreis der Pflanzen auf dem Feld, im Betrieb, in der Landschaft und erheblich darüber hinaus einbezogen werden. Alle Züchtungsschritte werden unter biologisch-dynamischen Anbaubedingungen, dem Ideal nach in einem lebendigen, gut funktionierenden Hoforganismus, durchgeführt. Den Pflanzen und anderen Lebewesen wird ein intrinsischer Wert zugesprochen und der Möglichkeit ihrer Entwicklung große Bedeutung beigemessen. Der Einsatz gentechnischer Verfahren, einschließlich der Proto- und Cytoplastenfusion, und die F1-Hybridzüchtung sind entsprechend in der biologisch-dynamischen Züchtung ausgeschlossen.
Titelseite der Lebendigen Erde (3/2025)
Titelseite der Lebendigen Erde (3/2025)

Züchtung mit Bewusstsein

Titelbild der info3 (05/2025)
Titelseite der info3 (05/2025)
In einem breit angelegten Forschungsprojekt untersuchten Kultursaat-Züchterinnen und -Züchter in Zusammenarbeit mit Partnern Formen geistiger Einflussnahmen auf Saatgut. Konkret wurden an zwei Gemüsekulturen, nämlich Möhre und Spinat, im Frühjahr 2021 verschiedene einmalige Einwirkungen auf das Saatgut durchgeführt. Dazu zählten u. a. Klang, Eurythmie, Meditation und Eingrabungen über Winter. Das entsprechend behandelte Saatgut wurde ausgesät, der gewachsene Spinat und die Möhren in ihrer Nahrungsmittelqualität untersucht und einige Pflanzen zum Blühen gebracht. Das aus Nachbau gewonnene Saatgut wurde wieder ausgesät und auf diese Weise über zwei Generationen erneut untersucht. Zur Prüfung der Nahrungsmittelqualität kamen Wirksensorik, Bildschaffende Methoden und Bildekräfteuntersuchungen zum Einsatz. Bei allen Behandlungsvarianten konnten qualitative Veränderungen, auch über die untersuchten Jahre, festgestellt werden, durchwegs vitalisierend, stärkend und fördernd.

Erste Einblicke und Ergebnisse dieses Verbundprojektes hat Anna-Katharina Dehmelt in der Zeitschrift info3 (5/2025) zusammengefasst.

Termine

Feldgespräch mit Christhild Brauch
Montag, den 22. September 2025 um 14:00 Uhr
Kultursaat-Züchterin Christhild Brauch lädt zum Feldgespräch über biologisch-dynamische Gemüsezüchtung und geht dabei insbesondere auf die Frage nach einem respektvollen, wesensgemäßen Umgang mit der Pflanze ein.
Bitte melden Sie sich hier an.

Ort: Gut Mönchhof, Meißner, Hessen
Wintertreffen des Initiativkreises
Freitag, den 14. bis Sonntag, den 16. November 2025
Das Wintertreffen des Initiativkreises für Gemüsesaatgut aus biodynamischem und organischem Anbau bietet, wie jedes Jahr, den Rahmen für die Mitgliederversammlung von Kultursaat.

Ort: Bingenheim, Hessen
Jahrestreffen der biodynamischen Gemüse- und Getreidezüchter
Mittwoch, den 21. bis Freitag, den 23. Januar 2026
Beim offenen Jahrestreffen der biologisch-dynamisch arbeitenden Gemüse- und Getreidezüchter werden Neuzüchtungsprojekte abgestimmt, informative Referate gehalten und Zukunftsfragen diskutiert. Im Jahr 2026 werden wieder die an Ackerkulturen und an Gemüse arbeitenden Kolleginnen und Kollegen am selben Ort tagen, sodass Vernetzung möglich ist.

Ort: Herbstein, Hessen
Landwirtschaftliche Tagung
Mittwoch, den 04. bis Samstag, den 07. Februar 2026
Unter dem Jahresthema „You never farm alone. Lebendige Gemeinschaften für die Zukunft“ befasst sich die Tagung mit den Herausforderungen und Impulsen für Lösungsansätze unserer Zeit.

Ort: Dornach, Schweiz
BIOFACH
Dienstag, den 10. bis Freitag, den 13. Februar 2026
Auf der weltgrößten Fachmesse für Bio-Lebensmittel in Nürnberg wird Kultursaat 2026 wieder vertreten sein.

Ort: Nürnberg, Bayern
Kultursaat e.V.
Züchtungsforschung, Kulturpflanzenentwicklung
und -erhaltung auf biologisch-dynamischer Grundlage

Kronstraße 24 ▪ 61209 Echzell ▪ Tel. 06035 60498-60
kontakt@kultursaat.orgwww.kultursaat.org

Vereinsregister Friedberg VR 2188

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