Kultursaat-Sorte Smaragd - Copyright Kultursaat e.V.

Kultursaat - Newsletter Dezember 2025

Liebe Leserinnen und Leser,

seit über zwei Jahren hängt die drohende Deregulierung Neuer Gentechniken wie ein Damoklesschwert über Europa und versetzt Akteure ebenso wie Befürworter einer gentechnikfreien Landwirtschaft in große Sorge. Gleichzeitig wird in diesen unsicheren Zeiten deutlicher denn je, dass es auf Alternativen ankommt. Im Initiativkreis für Gemüsesaatgut aus biologisch-dynamischem Anbau sind wir uns dieser Verantwortung bewusst. Wir besinnen uns auf unsere Ideale und intensivieren unsere Anstrengungen für qualitativ hochwertige, samenfeste Sorten und zertifiziert ökologisches Saatgut. Bestärkt in unserem Tun wurden wir jüngst durch eine besondere Auszeichnung: Bingenheimer Saatgut hat am 05. Dezember für die vorbildliche partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Züchtern und Saatgutvermehrern im Initiativkreis den Deutschen Nachhaltigkeitspreis erhalten – herzlichen Glückwunsch!

Lesen Sie mehr zur Preisverleihung in den untenstehenden Meldungen. Im Kontrast dazu steht die alarmierende Meldung über den aktuellen Stand im EU-Gesetzgebungsverfahren zur Deregulierung Neuer Gentechniken. Außerdem werfen wir in diesem Newsletter einen Blick in die Zuckererbsenzüchtung von Kultursaat-Züchter Ulrich Quendt und stellen die Vermarktungsoffensive der samenfesten Wirsingsorte Smaragd, einer Kultursaat-Neuzüchtung, durch einen engagierten Biogroßhändler vor.

Auch Sie können aktiv werden: Fördern Sie die biologisch-dynamische Pflanzenzüchtung mit Ihrer Spende!

Wir danken für Ihre Unterstützung und Ihr Interesse an unserer Arbeit und freuen uns, Ihnen im kommenden Jahr wieder über unsere vielfältigen Aktivitäten berichten zu dürfen.

Mit warmen, lichtvollen Grüßen in die Adventszeit

Ihr Kultursaat-Team

Bingenheimer Saatgut gewinnt Deutschen Nachhaltigkeitspreis

Am 05. Dezember nahmen die beiden Vorstände der Bingenheimer Saatgut, Johannes Bender und Sigmund Walbaum, sowie Marketingleiterin Marie Marschoun in Düsseldorf den Deutschen Nachhaltigkeitspreis (#DNP) in der Branche Landwirtschaft und Fischerei in Empfang. Begleitet wurden sie von Kultursaat-Züchterin Johanna Fellner sowie Kultursaat-Geschäftsführer Michael Fleck, die stellvertretend für den Initiativkreis für Gemüsesaatgut aus biologisch-dynamischem Anbau mit auf der Festbühne standen. In der Begründung der Auszeichnung wurde insbesondere die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Saatgutvermehrungs- und Züchtungsbetrieben genannt, die die Basis des Unternehmens bilde. „Die Stunde des Saatguts ist jetzt. Denn was wir heute säen, entscheidet, wie wir morgen leben. Und wir wollen eine Zukunft säen, die Freiheit, Vielfalt und Gemeinwohl hervorbringt“, fasst Johannes Bender die verbindende Motivation des Unternehmens und seiner Partner zusammen. Michael Fleck sieht in der Auszeichnung eine Bestätigung, „die jahrzehntelange Pionierarbeit in unserem Initiativkreis für Gemüsesaatgut aus biologisch-dynamischem Anbau unvermindert fortzusetzen. Wo die Herausforderungen im Außen mehr werden, prägen starke Ideale weiterhin unser Tun, nämlich: Ökologisch vermehrtes Saatgut von offen blühenden, sog. samenfesten Sorten für den vielfältigen ökologischen Anbau zur Verfügung zu stellen und samenfeste Sorten ohne Einsatz von alter oder neuer Gentechnik, ohne Verwendung von Patenten zu erhalten und fortzuentwickeln. Für qualitativ hochwertige Lebensmittel, die lecker sind - und tatsächlich Mittel zum Leben.“

Seit 1985 - also seit 40 Jahren! - kommt der Initiativkreis für Gemüsesaatgut aus biologisch-dynamischem Anbau regelmäßig zweimal jährlich zu einem Sommer- und einem Wintertreffen zusammen und versteht sich als assoziativ wirtschaftende Gemeinschaft mit gemeinsamen Idealen.
 
Bingenheimer Saatgut gewinnt Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2025; durch Klicken auf das Bild öffnet sich ein (neues) Browserfenster zur Pressemeldung von Bingenheimer Saatgut.
Bingenheimer Saatgut gewinnt den Deutschen Nachhaltigkeitspreis (#DNP) 2025.

Gentechnik-Deregulierung stoppen, Wahlfreiheit sichern!

Titelseite der Broschüre 'Warum Pflanzen aus Neuer Gentechnik nicht dereguliert werden dürfen'
Titelseite der Broschüre "Warum Pflanzen aus Neuer Gentechnik nicht dereguliert werden dürfen"
In einer nächtlichen Sitzung vom 3. auf den 4. Dezember haben sich die Unterhändler von EU-Ministerrat, ‑Parlament und ‑Kommission im sog. Trilog darauf geeinigt, fast alle Pflanzen aus Neuer Gentechnik (NGT) von der bisherigen Verpflichtung der Prüfung von Umweltrisiken auszunehmen. Auch die Vorschriften zur Lebensmittelkennzeichnung und Rückverfolgbarkeit sollen nicht mehr gelten. Wirksame Maßnahmen, um Patente auf Saatgut zu stoppen, sind nicht vorgesehen. Nun müssen noch EU-Rat und -Parlament über das Deregulierungs-Gesetz abstimmen. Mit einem finalen Ergebnis ist im Februar oder März 2026 zu rechnen. Verbände aus Umweltschutz und (Bio-)Land- und Lebensmittelwirtschaft sind allarmiert und wollen das verhindern.

Bitte helfen Sie mit!

Lesen Sie die neue testbiotech-Broschüre „Warum Pflanzen aus Neuer Gentechnik nicht dereguliert werden dürfen“ und verbreiten Sie sie digital in ihrem Umfeld und an Politiker Ihrer Wahl.

Fordern Sie Politiker auf, den Gesetzesvorschlag abzulehnen:

Keine Gentechnik durch die Hintertür!

Deutschland sagt NEIN zu GMO!

Jetzt auf LinkedIn laut werden!

Weitere Informationen: Informationsdienst Gentechnik

Süße Schoten für den Ökoanbau

Frisch aus dem Beet, mit Hülse, roh oder gedünstet – mit ihrem süßlich herben Geschmack ist die Zuckererbse nicht nur bei Kindern äußerst beliebt. Fans dieses knackigen Gemüses dürfen sich in den nächsten Jahren auf eine genussvolle Erweiterung in der Auswahl ökologisch gezüchteter Sorten freuen! Kultursaat-Züchter Ulrich Quendt arbeitet seit einigen Jahren an Zuckererbsen mit dem Ziel, für den ökologischen Erwerbsanbau geeignete Sorten zu entwickeln. Erste Erfolge zeichnen sich bereits ab: So zeigten die Zuchtlinien dieses Jahr eine ausgesprochen gute Standfestigkeit kombiniert mit mittelhohem Wuchs und faserlosen Hülsen. „Die nächste Hürde ist nun die Vermehrung und der nachfolgende Probeanbau von interessanten Linien“, so der Züchter.

Ulrich Quendt ist seit 2019 als Kultursaat-Züchter tätig und bewirtschaftet einen Zuchtgarten auf den Flächen des Demeter-zertifizierten Eschenhofs bei Kassel. Im aktuellen Infobrief des Saatgutfonds (2/2025) wird über seine Erbsenzüchtung berichtet.
Titelbild des Infobrief Saatgutfonds (2/2025)
Titelbild des Infobrief Saatgutfonds (2/2025)

Wirsing ‚Smaragd‘

Kultursaat-Sorte Smaragd; beim Klicken auf das Bild öffnet sich ein (neues) Browserfenster zur Sortendarstellung und -werdegangsbeschreibung von Smaragd auf der Kultursaat-Website.
Kultursaat-Sorte ‚Smaragd‘
Wirsing Smaragd aus Kultursaat-Züchtung hat es diesen Herbst ins Gemüseregal mehrerer Naturkostläden geschafft. Zu verdanken ist dieses Angebot einer Vermarktungsoffensive des Großhändlers Grell Naturkost, der in Zusammenarbeit mit dem Demeter-Betrieb Gut Wulfsdorf den samenfesten Wirsing aus Ökozüchtung angebaut und beworben hat. Im Monatsmagazin (11/2025) hebt Grell insbesondere die exzellenten geschmacklichen Eigenschaften der Sorte hervor:

„Wirsing Smaragd überzeugt mit einem besonders milden und fein-aromatischen Geschmack, der ihn vielfältig einsetzbar macht. Seine Blätter sind zart und entwickeln beim Kochen ein angenehm nussiges Aroma, ohne dabei bitter zu werden. Auch roh, z.B. fein geschnitten im Salat, entfaltet er eine frische, leicht süßliche Note.”

Der wohlschmeckende Smaragd wurde von Kultursaat-Züchter Arne von Schulz auf der biologisch-dynamisch bewirtschafteten Domäne Fredeburg entwickelt.

Termine

Jahrestreffen der biodynamischen Gemüse- und Getreidezüchter
Mittwoch, den 21. bis Freitag, den 23. Januar 2026
Beim offenen Jahrestreffen der biologisch-dynamisch arbeitenden Gemüse- und Getreidezüchter werden Neuzüchtungsprojekte abgestimmt, informative Referate gehalten und Zukunftsfragen diskutiert. Im Jahr 2026 werden wieder die an Ackerkulturen und an Gemüse arbeitenden Kolleginnen und Kollegen am selben Ort tagen, sodass Vernetzung möglich ist.

Ort: Herbstein, Hessen
Saatgut-Tagung
Samstag, den 24. Januar 2026
In einem bunten Programm wird „30 Jahre Saatgutfonds – Erfolge, Herausforderungen und Perspektiven der ökologischen Pflanzenzüchtung“ gefeiert. Im Zentrum dieses Tages steht die ökologische Pflanzenzüchtung, sowohl inhaltlich als auch kulinarisch. Außerdem soll ein Blick auf die Herausforderungen und Chancen der kommenden 30 Jahren geworfen werden.
Weitere Informationen unter: www.saatgutfonds.de/tagung2026

Ort: Kassel, Hessen
Landwirtschaftliche Tagung
Mittwoch, den 04. bis Samstag, den 07. Februar 2026
Unter dem Jahresthema „You never farm alone. Lebendige Gemeinschaften für die Zukunft“ befasst sich die Tagung mit den Herausforderungen und Impulsen für Lösungsansätze unserer Zeit.

Ort: Dornach, Schweiz
BIOFACH
Dienstag, den 10. bis Freitag, den 13. Februar 2026
Auf der weltgrößten Fachmesse für Bio-Lebensmittel in Nürnberg wird Kultursaat 2026 wieder vertreten sein. Sie finden uns am Demeter-Gemeinschaftsstand zusammen mit der Bingenheimer Saatgut (311 in Halle 7) sowie am Stand von bioverita (Stand 209 in Halle 9).

Ort: Nürnberg, Bayern
Kultursaat e.V.
Züchtungsforschung, Kulturpflanzenentwicklung
und -erhaltung auf biologisch-dynamischer Grundlage

Kronstraße 24 ▪ 61209 Echzell ▪ Tel. 06035 60498-60
kontakt@kultursaat.orgwww.kultursaat.org

Vereinsregister Friedberg VR 2188

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